Sonderaustellungen: Der Rückblick

Preziosen aus Glas und Porzellan
Else Wenz-Viëtor (1882-1973)
Feine Striche - große Entwürfe
02.12.2016 - 23.04.2017
"Der kleine Häwelmann" hat schon Generationen von Kindern in die Nacht begleitet. Illustriert hat die Geschichte Else Wenz-Viëtor (1882-1972), die noch heute als eine der bekanntesten Buchillustratorinnen gilt. Dabei ist in Vergessenheit geraten, dass die Künstlerin auch mit ihren Entwürfen für kunstgewerbliche Gegenstände und Raumeinrichtungen große Erfolge hatte. Sie war nicht nur Mitglied des Deutschen Werkbundes, sondern als eine der wenigen Frauen auch über dreißig Jahre lang ständige Mitarbeiterin der Deutschen Werkstätten in München-Dresden. Das Werk der Künstlerin wird in der Sonderausstellung im Museum Aschenbrenner erstmals in seiner Vielseitigkeit umfassend dargestellt.
Mehr Info zur Künstlerin
Flyer zu Ausstellung und Begleitprogramm
Preziosen aus Glas und Porzellan
Tausend Blumen. Preziosen aus Glas und Porzellan
13.07. – 16.10.2016
Mit zarten Blüten in und auf Porzellan und blumiger Farbenpracht in Paperweights feiert das Museum Aschenbrenner im Sommer seinen 10. Geburtstag. Gezeigt werden frühe Meissener Porzellane des 18. Jahrhunderts mit edlen Blumenmustern und-dekoren sowie kostbare Briefbeschwerer, gestaltet von Künstlern der angesehensten europäischen Manufakturen.
Weltspielzeug
Weltspielzeug
eine Wanderausstellung vom Kinderhilfswerk Plan International
02. Dezember 2015 bis 03. April 2016
Eine Rikscha aus Draht, Kindermöbel aus Kronkorken oder ein Fußball aus Flip-Flops - für ihre Spielzeug-Kreationen vewenden Kinder in fernen Ländern alles, was sie finden können.
Holzstücke, Metalldraht, Dosenbleche, Blätter, Stoffreste, Kunststoffflaschen: Sie alle haben gemeinsam, dass sie nichts kosten. Und wenn industriell gefertigte Spielsachen unerschwinglich sind, werden Kinder oftmals zu Tüftlern und erschaffen sich ihr Lieblingsspielzeug selbst. Die Wanderausstellung von Plan International mit ihren rund 250 selbst gefertigten Objekten zeugt von großem Einfallsreichtum der Kinder und Jugendlichen. Sie spiegelt die Kultur und Lebenswelt aus über 30 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, darunter einige der ärmsten Regionen der Welt, wider. Im Spiel verarbeiten die Kinder die Eindrücke, die sie tagtäglich erleben. Ihre selbst hergestellten Spielzeuge zeigen Lebensumstände und Rollenbilder, in denen sie aufwachsen. Daneben erzählen sie von dem, was begehrt wird, was "Glück" bedeutet. Spielzeuge, Zeichnungen und Fotos laden zu einer Bilder-Reise in ihr Lebensumfeld ein. Dabei wird deutlich, dass Spielen mehr als nur Zeitvertreib und Spielzeuge immer auch Kulturgüter sind - überall auf der Welt!
Schokolade. Bittere Bohne - süßer Genuß
Schokolade. Bittere Bohne - süßer Genuß
eine Mitmach-Ausstellung
06. März bis 26. April 2015
verlängert bis 17. Mai 2015
Schon vor vielen tausend Jahren entdeckten die Menschen, dass man die seltsamen Früchte des Kakaobaums essen kann. Seitdem hat die bittere Bohne einen weiten Weg hinter sich. Die Ausstellung verfolgt ihren Werdegang über die Plantage des Aztekenherrschers und die Schokoladenmanufakturen des 18. Jahrhunderts bis zu den modernen Herstellungsprozessen des 21. Jahrhunderts. Anschauliche Illustrationen, tropische Klänge und intensive Gerüche begleiten den Rundgang. Komplettiert wird die Ausstellung durch historische Schokoladenformen und Bezüge auf heimische Schokoladenhersteller wie die Firma Mauxion, die in den 1950er Jahren Pralinen und Schokolade aus Garmisch-Partenkirchen in alle Welt verschickte. Eine kleine Kostprobe darf am Ende natürlich nicht fehlen...
Du sollst ihm den Namen Jesus geben
"Du sollst ihm den Namen Jesus geben"
26. November 2014 bis 08. Februar 2015
Der Verein der Werdenfelser Krippenfreunde präsentiert – neben der über die Landesgrenzen hinaus bekannten Dauerausstellung – eine hochwertige Krippen - Sonderausstellung. Gezeigt werden Werke von Vereinsmitgliedern und namhaften Krippenkünstlern aus dem Werdenfelser Land und dem angrenzenden Tirol. Die Exponate umspannen die gesamte Weihnachtszeit von Maria Verkündigung über die Herbergssuche bis hin zur Geburt Christi und der Flucht nach Ägypten.
Wann i mein Jodler sing
"Wann i mein Jodler sing" – Wie klingt Heimat?
11. Juli bis 02. November 2014
150. Geburtstag Richard Strauss – Parallel zu den Festlichkeiten dieses Jubiläums widmet sich das Museum Aschenbrenner der regionalen Musikgeschichte. Welche Musik ertönte in den Stuben und Wirtschaften, während Prominente wie Richard Strauss, Hermann Levi oder Edward Elgar die ländliche Ruhe genossen, um Meisterwerke zu komponieren? Welche heimischen Sänger- und Musikgruppen tourten durch die Lande und prägen das Bild Bayerns bis heute?

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts sorgt vor allem die Kirche für Musik. Dies ändert sich mit dem Aufstieg des Bürgertums. Es gründen sich Blaskapellen, Musikvereine und Chöre, die Musik wird allmählich unterhaltend. Mit dem Eisenbahnanschluss 1889 kommen immer mehr Gäste ins Werdenfelser Land, bevorzugt städtische Prominenz. Sie verbringen oft mehrere Monate ihrer Sommerfrische in den Alpen, suchen unberührte Natur, ursprüngliche Musik. Jodler, Hirtenhorn und Schuhplattler werden zur Touristenattraktion. Gleichzeitig versuchen seit den 1840er Jahren Künstler und Volksmusik-Sammler wie Eugen Napoleon Neureuther oder Ulrich Halbreiter, mit der Aufzeichnung von Liedern und Texten, Traditionen zu stiften. Bestärkt werden sie durch die Förderung des bayerischen Königshauses.

Ab der Jahrhundertwende mit Grammophon und Schellackplatten und ab den 1920er Jahren mit dem Radio wird Musik im Leben allgegenwärtig. Und wo Lautsprecher fehlen, wird gesungen! Singen wird zum Unterrichtsfach in der Schule und während des Nationalsozialismus gar zum politischen Bekenntnis. Seit den 50er Jahren entwickelt sich eine bunte Musikkultur – populäre Moderatoren wie der Wastl Fanderl tragen dazu bei. Die Ausstellung stellt das musikalische Leben jener Zeit mit einer Fülle von Material dar. Außergewöhnliche Instrumente, Notenaufzeichnungen, Wachswalzen, Schellackplatten, Fotos, Geschichten und Episoden aus dem Leben der Sänger, Tänzer, Musikkapellen und reisenden Virtuosen berichten von einer aufregenden Epoche. Hörbeispiele und Filmsequenzen lassen die Musik vergangener Zeiten lebendig werden.
Im Kleinen große Welt
"Im Kleinen große Welt"
Figuren und Miniaturen aus Zinn
05. Dezember bis 27. April 2014
Als "kleinmärchenhafte" Kunst, die "im Kleinen große Welt"zeigt, hat Joachim Ringelnatz vor rund 80 Jahren Figuren aus Zinn gepriesen. Heißgeliebtes Spielzeug auf der einen, wertvolles Sammelobjekt auf der anderen Seite, erfreuen Figuren und Miniaturen aus Zinn seit Jahrhunderten kleine und große Menschen. Kaum verwunderlich: bieten die filigranen Kunstwerke doch weit mehr als nur standhafte Zinnsoldaten.

Spätestens im 18. Jahrhundert, als es möglich wurde, die kleinen Figuren in großer Zahl zu fertigen, begann der Siegeszug der Zinn-Miniaturen. Die Bandbreite der Erzeugnisse ist dabei erstaunlich: Wallfahrer erwarben Devotionalien aus Zinn wie Herztaferl und Amulette, pädagogisch motivierte Eltern gaben ihren Kindern Tierminiaturen, ganze Zinn-Szenerien oder gar Altarspielzeug zum "spielenden Lernen" an die Hand. Daneben fertigten die Offizien Knöpfe, Schnallen und Ringe aus Zinn sowie Zubehör für Puppenstuben und Kaufläden. Die Ausstellung zeigt die Vielfalt der Zinnproduktion im süddeutschen Sprachraum. Am Beispiel der Firma Schweizer aus Dießen am Ammersee, die seit 1796 Kleinprodukte aus Zinn herstellt, wird exemplarisch die Entwicklung einer Kleinzinngießerei dargestellt. Leihgaben aus Privatbesitz und Exponate aus der Sammlung Aschenbrenner machen deutlich, warum die "im Kleinen große Welt" auch heute noch so viele Menschen fasziniert.
Zugspitzgold und Olympia-Märzen
Zugspitzgold und Olympia-Märzen.
Biergeschichte(n) in Werdenfels
12. Juli bis 27. Oktober 2013
"Es ist doch gwiß, dass es einem alten Mann, der den thrunckh gewohnet, hart fallen mieste, wan er sich erst zum Wasser gewöhnen mieste." (1760 – Bitte eines Oberschäfflers im Ruhestand um täglichen Bierbezug)

Über dreihundert Jahre wurde in Garmisch Bier gebraut, die Geschichte des Biers im Werdenfelser Land ist spannend und wechselvoll. In der Sonderausstellung wird diese Geschichte erstmals umfassend dargestellt. Im Jahr 1653 (nicht, wie meist genannt, 1663) ordnete der Freisinger Fürstbischof Albrecht Sigismund als Landesherr höchstselbst die Einrichtung einer Brauerei in der Grafschaft Werdenfels an. Von da an wurde, zunächst im heutigen Haus Kainzenfranz, später an der jetzigen Fürstenstraße, Bier gebraut. Berichte, Rechnungen, Baupläne und fürstbischöfliche Anordnungen aus dem Hauptstaatsarchiv dokumentieren die Anfänge der Garmischer Biergeschichte. Die Dokumente erzählen ein interessantes Kapitel Werdenfelser Wirtschaftsgeschichte. Sie führen die harte Arbeit der Bräuknechte, Beihelfer und Pfannenknechte vor Augen, belegen ihre Bezahlung und berichten aus dem Alltag der Brauereibediensteten. Von „hailosen und liederlichen Vaganten“ ist ebenso die Rede wie von allzu trinkfreudigen Knechten oder „Leichtfertigkeit vor der Ehe“. Besonders eindrucksvoll dokumentiert das Tagebuch des Johann Milleitner die Sorgen und Nöte des bei den Werdenfelsern verhassten Bräuverwalters. 1668 nahm dieser sich im Brauhaus das Leben – ein Braugehilfe berichtet noch Jahre später, dass der Geist Milleitners und die „Mordtat“ ihn krank gemacht hätten.

Die Säkularisation markiert eine wichtigen Einschnitt in die Geschichte des Garmischer Brauhauses: es gelangte in Privatbesitz vier Garmischer Wirte. Außerdem bekam es Konkurrenz innerhalb der ehemaligen Grafschaft - in Mittenwald und später in Partenkirchen. Baupläne und ein Stich erinnern an den Partenkirchner „Raßbräu“ und seine Feste am Sommerkeller.

Vielen Werdenfelsern noch in Erinnerung ist die Familie Röhrl, die die Brauerei 1908 übernahm und in drei Generationen bis zum Verkauf an Löwenbräu 1971 führte. Eindrucksvoll zeigt die Ausstellung, wie sich das Brauhaus Garmisch in dieser Zeit entwickelte. Brauerei-Schilder, Werbeplakate, Bierfilze, Biergläser, meist vom Grafiker Fritz Uhlich gestaltet, zeugen von einer erfolgreichen Vermarktung der Erzeugnisse. Unvergessen sind die Olympia-Biere, mit den Bezeichnungen „Olympiator“, „Olympia- Sportbier“ oder „Zugspitzgold“. Manch Einheimischer und Kurgast – die Geschenk- Kistchen der Brauerei wurden in alle Welt geschickt – mag sich wehmütig an das süffige Garmischer Bier erinnern.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Broschüre.
Träume aus Papier
"Träume aus Papier" -
Leben und Werk der Künstlerin Irmingard von Freyberg
14. Dezember bis 07. April 2013
"Eigentlich ist es falsch, von der Schattenseite des Lebens als von etwas Düsterem, Negativem zu sprechen, denn wo der Schatten sichtbar wird, ist auch das Licht, und ich hoffe, dass ich Sie, selbst die größten Skeptiker unter Ihnen, mit der Zeit davon überzeugen kann, dass meine Schattenseite eine sehr positive, beglückende ist."

Irmingard von Freyberg war es ein Anliegen, mit ihrer Kunst die Welt zu poetisieren. Geboren 1907 in München gegenüber dem Gärtnerplatztheater, atmete sie schon als Kind Künstlerluft. Ihr musisch begabter Vater und ein Scherenschnitt-Kinderbuch regten das fünfjährige Mädchen zu ersten eigenen Scherenschnitten an, und Irmingard begann, ihre „Träume aus Papier“ zu leben. Sie wurde eine der bekanntesten Scherenschneiderinnen und Schattenspielerinnen ihrer Zeit. Im Museum Aschenbrenner ist nun erstmalig ein faszinierender Ausschnitt ihres vielseitigen Werkes zu sehen. Die Entwicklung einer höchst originellen Künstlerpersönlichkeit wird nachvollzogen: von den ersten kindlichen Motiven über filigrane, detailreiche Scherenschnitte bis zu den späteren in der Form reduzierten, äußerst ausdrucksstarken Werken.

Den künstlerischen Schwerpunkt ihrer Arbeiten bilden die Fernsehschattenspiele, die Irmingard von Freyberg inszenierte. Von 1955 bis 1972 wurden über 60 Stücke im Familienprogramm verschiedener Fernsehsender gezeigt. Eine Auswahl der wunderschönen, poetischen Filme ist in der Ausstellung zu sehen. Auch in ihr weniger bekanntes Werk gibt die Ausstellung Einblick: so schuf Irmingard von Freyberg keramische Figuren, unter anderem für die Porzellan Manufaktur Nymphenburg, agierte als Schauspielerin und Regisseurin und illustrierte Bücher nicht nur mit Scherenschnitten, sondern auch mit Zeichnungen.

Daneben zeichnet die Ausstellung ein Bild der Persönlichkeit Irmingard von Freybergs. Die Recherchen brachten interessante neue Details über die Künstlerin zutage, die schon als kleines Kind regelmäßig die Sommerfrische in Murnau verbrachte und von 1935 bis 1959 ihren ersten Wohnsitz in der Marktgemeinde hatte. Irmingard von Freyberg pflegte viele Kontakte und innige Freundschaften mit Künstlern. Ein Beispiel dafür ist die Malerin Gabriele Münter, die sie zwei Mal portraitierte. Briefe, Grußkarten sowie liebevoll gestaltete Keramikfiguren und Scherenschnitte erzählen von diesen Verbindungen.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.
In die Pedale
In die Pedale -
das Rad erobert die Berge
17. Juli Bis 04. November 2012
Downhillen, Cyclocrossen, Trial-Fahren – der Fahrradsport ist populär und variantenreich wie kaum eine andere Sportart. Die Entwicklung von der ersten Draisine, einer Art Laufrad, über das Hochrad bis zum Rennrad und Mountainbike verlief rasant. Die Ausstellung zeigt interessante Exponate der Fahrrad-Geschichte, mit dem Schwerpunkt des Touren- und Bergradelns. Der Fahrradpionier Thomas Stevens beschrieb schon 1887 seine Erlebnisse während seiner Tour mit dem Hochrad um die Welt; wenige Jahre später gab es für Wanderradler bereits ausführliche Tourenbeschreibungen und Fahrradkarten. Fachkataloge boten Anfang des 20. Jahrhunderts ein breites Angebot an Spezialzubehör, vom Radfahrer-Revolver (gegen Hunde) und Gepäckträgern über Kleidung bis zu Ersatzteilen, Reinigungsmaterial und Werkzeug.

Spezifische Geräte wie verschiedene Typen von Gangschaltungen, Lampen und Werkzeugen veranschaulichen den technischen Fortschritt in Sachen Fahrrad. Daneben dokumentieren Zeitungsausschnitte, Grafiken, Vereinsmaterial und Fahrradbücher aus der Frühzeit der Fahrrad-Geschichte sowohl die Begeisterung für diese neue Freizeitbeschäftigung als auch die Schwierigkeiten, die die Öffentlichkeit anfangs mit den neuen Verkehrsteilnehmer(inne)n hatte.

Besondere Velociped-Arten wie das Tretkurbelrad („Velociped Michaux“), Hoch- oder Safety-Fahrrad sind ebenso vertreten wie Wander- und Rennräder von führenden Herstellern wie Wanderer, Adler, Opel oder Diamant. Die Entwicklung zum Trendsport Mountainbiken wird anhand klassischer Geräte dargestellt; einige von ihnen haben mittlerweile Kultstatus erlangt.

Natürlich finden auch berühmte Radsportler der Region, wie Thaddäus Robl, Dieter Berkmann oder Regina Stiefl in der Ausstellung ihren Platz.

„In die Pedale – das Rad erobert die Berge“ führt in die Vergangenheit und Zukunft der Fahrradwelt und macht Fahrrad-Nostalgiker und –Techniker mit der Entwicklung einer herausragenden Erfindung vertraut.
Frühlingstöne
Frühlingstöne.
Keramikpfeifen aus aller Welt
20. März bis 15. April 2012
Das Museum Aschenbrenner begrüßt den Frühling mit einer Tonpfeifen-Ausstellung. In Asien und Südamerika gibt es Tonpfeifen schon seit rund 5000 Jahren, in Europa wurden sie in der Antike bei kultischen Handlungen eingesetzt. Jahrhunderte später entwickelten sie sich zum beliebten Kinderspielzeug, heute sind sie begehrtes Sammelobjekt. Das Spektrum reicht von der figürlichen Pfeife bis zur Wasser- und Gefäßpfeife. Manche erzeugen verblüffend naturgetreues Vogelzwitschern. Die Ausstellungsstücke zeigen die Vielfalt der Keramikpfeifen, von einfachen Tonplastiken aus Mallorca über Figuren der berühmten Schwarzkeramik aus Mexiko bis zu den ausgefallenen Exemplaren des Garmisch-Partenkirchner Töpfermeisters Wilhelm Kagel.

Gleichzeitig findet wieder das traditionelle Schaubrüten statt – die Küken schlüpfen am Osterwochenende.
Weihnacht der Erinnerung
Weihnacht der Erinnerung
29. November bis 26. Februar 2012
„Wir Kinder mussten immer in der Stube von der Großmutter warten. Und wenn dann endlich das Glöckerl geklingelt hat, dann haben wir gewusst: jetzt ist das Christkind da gewesen. Dann durften wir zu uns in die Stube, da haben dann die Kerzen am Baum gebrannt, und der Vater hat auf der Zither ´Stille Nacht` gespielt. Das war so ein schöner Moment. Ich denk heut noch jedes Jahr am Heiligen Abend: ´Jetzt müsst der Papa da sitzen und Zither spielen´.“

Die Kerzen in den Fenstern auf dem Weg zur Christmette, der Baum, der im Streit aus dem Fenster geworfen wird: Weihnachten ist und war zu jeder Zeit von sehr emotionalen Momenten geprägt, die Erinnerungen daran begleiten uns „lebenslänglich“. Die Sonderausstellung „Weihnacht der Erinnerung“ ist das Ergebnis eines Projektes, das in Zusammenarbeit mit Senioren in Garmisch-Partenkirchen erstellt wurde. In zahlreichen Einzel- und Gruppengesprächen wurden Erinnerungen an Weihnachten zum Leben erweckt. Heitere, berührende, aber auch traurige und nachdenklich stimmende Ereignisse wurden so lebendig erzählt, als hätten sie sich gestern ereignet. Dabei sagen sie viel über die Lebensrealität vergangener Jahrzehnte aus.

Sowohl Zuhörern als auch Erzählern wurde bei den Gesprächen deutlich, welchen unschätzbaren Wert Erinnerungen im Lebensrückblick darstellen und wie wichtig sie für das gegenseitige Verständnis, auch zwischen den Generationen, sein können. In der Ausstellung werden die sehr persönlichen Geschichten und Exponate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dabei wird deutlich, dass selbst in Kriegs- und Notzeiten Weihnachten nie seinen Zauber verloren hat.

„Zunehmend in meinem Leben wurde mir bewusst, welchen Schatz uns unsere Eltern mit ihrem Talent, ihrer Mühe und Liebe durch diese wunderschönen Weihnachtsfeierlichkeiten beschert haben.“
Aufschwung
(K)Aufschwung –
Kaufläden und Puppenhäuser der Wirtschaftswunderzeit
21. Juli bis 16. Oktober 2011
Nierentisch, Tütenlampe und Bosch-Kühlschrank – diese Wahrzeichen der voranschreitenden 50er Jahre fehlten in keinem Nachkriegshaushalt. Nach Jahren des Mangels sorgte die prosperierende Wirtschaft dafür, dass sich die Regale in Geschäften und Warenhäusern wieder füllten. Der wachsende Wohlstand ermöglichte es den Menschen, ihr verlorenes Lebensgefühl wiederzufinden. Zukunftsoptimismus drückte sich durch eine neue Freizeitkultur mit Eisdiele, Musikbox und Petticoat aus. Auch der Wunsch nach eigenen vier Wänden mit modernem Badezimmer und WC konnte zunehmend verwirklicht werden.

Im Spielzeug der Kaufläden und Puppenhäuser spiegelt sich die „Wirtschaftswunderzeit“ der 1950er bis 1970er Jahre eindrucksvoll wider. Die reale Wohn- und Konsumwelt wird für Kinderhände „en miniature“ abgebildet. Häuser mit Flachdächern und großen Fensterfronten spiegeln die moderne Bauweise; Möbel wie Cocktailsessel und Einbauküche (inklusive Elektrogeräten) symbolisieren Wohlstand und Aufbruch. Selbst der beliebte Gummibaum, modisch bunte Tapeten und die Mini-Milchbar fehlen nicht!

Die Kaufläden veranschaulichen den Aufschwung besonders augenfällig. Farbenfroh in Pastelltönen gestaltet, mit modernen Verkaufsregalen und – theken versehen bieten sie Platz für viele Konsumartikel. Neue Produkte, vom Kinderbrei bis zum Waschmittel, füllen die Regale und sind Ausdruck für die zunehmende Kaufkraft.

Lebensstil und Design der Miniaturwelten werden in der Ausstellung durch Möbelstücke, Haushaltsgeräte, Kleidung und Accessoires der realen Wohn- und Konsumwelt ergänzt. In der zeittypischen Form gestaltet erinnern damals neu entwickelte Geräte wie Sodamaschine, Küchenmixer oder Elektrorasierer an die Aufschwungzeit der 1950er bis 1970er Jahre. Musikbox, Vespa und Kofferradio veranschaulichen das Lebensgefühl vor allem junger Menschen.

Möglich wird die Schau durch die großzügigen Leihgaben einer umfangreichen Privatsammlung sowie verschiedener Museen und Sammler.
Abgefahren
Abgefahren!
Frauen auf Skiern
09.12.2010 bis 27.03.2011
„Jede Frau muss in sich den mächtigen Trieb nach Freiheit finden und streben…” – Solche revolutionären Gedanken hielt der bekannte Skipionier Mathias Zdarsky schon 1896 in seinem Buch übers Skifahren fest. Bis diese Auffassung breitere gesellschaftliche Akzeptanz fand, gingen allerdings noch viele Jahre ins Land. Natürlich mussten die Frauen auch beim Skisport so manche Hürde nehmen.

Die Ausstellung erinnert an die Anfänge des Frauenskisports und widmet sich der Entwicklung des Skifahrens zum Breitensport Mitte des 20. Jahrhunderts. Exponate aus dem 19. Jahrhundert wie drei Meter lange Holzski oder die einfachen Fassdauben-Skier der Einheimischen führen die Ausstellungsbesucher in eine Zeit zurück, in der Skifahren noch ein wahres Abenteuer war. Historische Graphiken, Fotos, Karikaturen und Werbeplakate zeigen Skifahrerinnen im Rock, eine Hörstation lässt die heiße Debatte um die Hose für die Dame wieder aufleben. Die Entdeckung des Skifahrens als Freizeitvergnügen zog eine Reihe von Erfindungen nach sich. Kürzere Skier, verschiedene Bindungen und Schuhe: wer dem neuen Wintersport verfallen war, brauchte entsprechende Ausrüstung. Die Schau zeigt neben historischen Skiern und Schuhen auch einen spannenden Querschnitt an Kleidung und Accessoires.

Neben prominenten Freizeit-Skifahrerinnen wie Kronprinzessin Cäcilie wird natürlich auch an deutsche Rennfahrerinnen erinnert: Sportlerinnen wie Christel Cranz, Käthe Grasegger und Mirl Buchner sind noch heute für ihre Spitzenleistungen im Skisport weltberühmt. Die Ausstellung dokumentiert ihre größten Erfolge und lässt sie in Interviews zu Wort kommen.

„Abgefahren! Frauen auf Skiern” entstand in Zusammenarbeit mit FIS ALPINE SKI-WM 2011. Die Ausstellung schlägt, begleitend zum Großereignis der Skiweltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen, ein spannendes Kapitel Sportgeschichte auf, eingebettet in den historischen Kontext der Frauenemanzipation.
Goldchinese – Großer Türke
Goldchinese – Großer Türke
Exotische Motive früher Meissener Porzellane.
01. Juli bis 30. September 2010
2010 wird in Europa das Jubiläum der 300jährigen Erfindung des Porzellans gefeiert. Zu diesem Anlass zeigen wir erlesene Meissener Porzellane aus den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts.
Stark wirkten in jener Zeit die Vorbilder des ostasiatischen Porzellans. Ihre Dekore mit Pflanzen- und Tiermotiven wurden detailgetreu kopiert. Dabei ging es hauptsächlich um die Faszination des Fremden, „Exotischen”. Die kulturelle Symbolik der Drachen oder Fabeltiere war weitgehend unbekannt.
Berühmt sind die Chinoiseriemalereien und Kauffahrteiszenen des berühmten Porzellanmalers J.C. Höroldt in Meissen. Er schuf phantasievolle Entwürfe von prachtvoll gekleideten Chinesen und exotischen Pflanzen und Tieren. Damit führte er den europäischen Adel in eine geheimnisvolle und fremde Welt, die idealisiert und verklärt wurde.

Eine von August dem Starken finanzierte Afrika-Expedition entfachte zudem das Interesse für afrikanische Motive. Auch „Amerikanisches” und „Türkisches” war gefragt. Diese figürlichen Darstellungen sind Ausdruck der Phantasie der Porzelliner, die sich auf Reiseberichte von Handels- und Seeleuten oder Kupferstichvorlagen stützten. Sultansgruppen, „Mohren” und Indianer finden sich ebenso wie exotische Tiere, die in Menagerien gehalten wurden und von dem naturwissenschaftlichen Interesse der Zeit zeugen. Die Ausstellung zeigt die künstlerische Bedeutung der frühen Meissener Porzellane. Hochkarätige Stücke können bewundert werden, etwa aus dem ersten für August den Starken hergestellten Tafelservice, dessen Dekor ausschließlich dem sächsischen Königshaus vorbehalten war. Ein Highlight sind Porzellane des Kaufmanns LeMaire, der betrügerisch mit Meissener Porzellanen handelte und schließlich des Landes verwiesen wurde.

Herausragende Zeugnisse der frühen Porzellankunst stellen unter anderem die Motive und Figuren berühmter Künstler wie J.J. Kändler oder J.C. Höroldt dar. Lassen Sie sich entführen in die phantasievolle, exotische Welt des 18. Jahrhunderts und erleben Sie die Faszination des „Weißen Goldes”. Es war an Exklusivität kaum zu übertreffen und wurde sogar als Mittel der Politik eingesetzt. Eine Hörstation mit einem zeitgenössischen Reisebericht, Musik, Duft sowie die Präsentation der Arbeitsweisen der Künstler machen uns jene Zeit in der Ausstellung erlebbar.

Möglich wird die Sonderausstellung durch die Zusammenarbeit mit der auf frühe deutsche Porzellane spezialisierten Kunsthandlung Röbbig aus München.
Eier aus aller Welt
Huevo, Egg und Tojás -
Eier aus aller Welt
12. März bis 18. April 2010
Überall auf der Welt legen Tiere Eier, und überall auf der Welt gibt es Menschen, die Eier bemalen und künstlerisch gestalten. Unsere Ausstellung zeigt sowohl naturkundliche als auch kunstvoll gestaltete Eier. Wer legt die größten Eier? Welches Tier spuckt seine Eier aus? Bei wem brütet der Mann? Der naturkundliche Teil der Ausstellung gibt erstaunliche Antworten auf all diese Fragen.

Unter den Kunst-Eiern sind besonders die russischen Ikonen- und Cloisonné Eier hervorzuheben – wahre Kostbarkeiten, prachtvoll gestaltet. Perl-Eier aus Rumänien, Murano-Eier aus Italien, traditionell gefertigte Holzeier aus Indien und bunt bemalte Straußeneier aus Afrika machen die unendliche Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten deutlich.

Freunde unseres traditionellen Schaubrütens dürfen sich in diesem Jahr auf eine Überraschung freuen: im Brutkasten werden ganz besondere Tiere ausgebrütet. Welche, das wird noch nicht verraten.
Krippenschau
Krippenschau der Werdenfelser Krippenfreunde e.V.
27. November 2009 bis 07.Februar 2010
Der Verein der Werdenfelser Krippenfreunde hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch seine unentwegten Aktivitäten wie Ausstellungen, Kurse, Aufstellen der Freikrippe usw. einen großen Menschenkreis für das Brauchtum um die Krippe zu begeistern. Jede Krippe zeugt auf ihre Weise von der Geburt Jesu: ob in der Kälte der verscheiten Berglandschaft, im heimatlichen Stall oder in der orientalischen Ruine. Diese Ausstellung zeit Ihnen die Vielfältigkeit der Darstellungen um das Weihnachtsgeschehen. Wir präsentieren Ihnen mehr als 50 Darstellungen religiöser Volkskunst. Die Krippen stammen alle aus dem Werdenfelser Land. Gleichzeitig können Sie Figuren oder Figurengrupppen von örtlichen Bildhauern und Schnitzern bewundern.
Topmodell
Topmodell
Spielzeug- und Modellautos aus 100 Jahren
03. Juli bis 25.Oktober 2009
Als Carl Benz 1886 das erste Dreirad-Fahrzeug mit Verbrennungsmotor patentieren ließ, konnte er kaum ahnen, dass es hundert Jahre später weltweit etwa 500 Millionen PKWs geben würde. Eine rasante Entwicklung hatte begonnen. Die Möglichkeit der individuellen motorisierten Fortbewegung faszinierte Groß und Klein. Schriftsteller philosophierten über den Rausch der Geschwindigkeit, Mediziner forschten über die Auswirkungen der Rüttelbewegung auf den menschlichen Körper. Kaum waren die ersten Automobile in Betrieb, wurden sie auch schon im Miniaturformat nachgebaut. Die Firma Bing aus Nürnberg brachte als erste Spielzeugautos aus Blech auf den Markt. Zahlreiche weitere Firmen entdeckten diesen Markt, und ihre Produkte entwickelten sich zum Traum jedes Jungen. Noch heute faszinieren uns ihre Vielfalt und Detailtreue. Vorbilder waren die Originalautos, die die Menschen begeisterten: erfolgreiche Rennwagen wie der berühmte „Mercedes Silberpfeil”, Luxus-Limousinen oder auch gewöhnliche VW-Käfer, Feuerwehr- oder Polizeiwagen.

Ebenso vielfältig wie die Modelle waren die technischen Details der Fahrzeuge. Autos der Firmen Schuco wie etwa das „Kommandoauto”, das auf Zuruf startet, das „Wendeauto” oder ferngesteuerte Modelle wurden legendär. In den 1930er Jahren kam der Modellauto-Baukasten von Märklin auf den Markt, gefolgt von Fahrbahnen für Autos, die später zur Entwicklung der Slot-Racer und Carrerabahn führten.

Die umfangreiche Privatsammlung von Herbert Abenthung aus Farchant zeigt einen Querschnitt der Spielwarenproduktion berühmter Marken wie Bing, Schuco, Märklin, Dinky, Carrera und anderer. Zahlreiche Raritäten von winzig klein bis zum Maßstab 1:4, als Tretautos noch größer, sind zu entdecken.

Große Autofans werden sich neben den Spielzeugautos auch für die neueren aufwändigen Modellautos bekannter Hersteller oder die originalgetreuen Oldtimer-Raritäten der Firma Pocher begeistern. Kinder und Jugendliche können in einem Parcours ferngesteuerte Autos lenken oder am Simulator selbst Autorennen fahren.
Ein Thron für das Ei
Ein Thron für das Ei !
Eierbecher & die Kunst des Eieressens
20. März bis 19.April 2009
225 Eier verzehrt jeder Deutsche im Jahr. Besonders beliebt ist das weich gekochte Frühstücksei, das in der Schale ge- nossen wird. Doch wie wird es richtig gekocht, angerichtet und geöffnet? Unverzichtbar zu seinem Verzehr ist in jedem Fall der Eierbecher. Er war schon bei den Römern Teil gehobener Esskultur. Im 16. Jahrhundert kam er in den Adelskreisen Europas in Mode und war, aus Zinn, Silber und Gold gefertigt, ein Privileg der Reichen. Der französische König Ludwig XV. besaß goldene handgefertigte Eierbecher. Von ihm wird berichtet, dass er Eier „mit einem einzigen Messerstreich” öffnen konnte.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts schmücken Eierbecher auch die Tische der Durchschnittsfamilien. Unterschiedlichste Formen aus allen denkbaren Materialien entwickelten sich.

Die Schau im Museum Aschenbrenner zeigt eine Auswahl der Sammlung Hörter, die mehr als 2000 Stücke aus aller Welt umfasst. Wertvolle alte Exemplare und umfangreiche Menagen sind ebenso zu sehen wie moderne Designobjekte und skurrile Einzelstücke.
Licht im Dunkel
Licht im Dunkel –
Wachsstöcke zwischen Glauben und Volkskunst
28. November 2008 bis 15. Februar 2009
Während der dunklen und kalten Winterzeit waren die Menschen bis ins 20. Jahrhundert hinein neben Öl- und Petroleumlampen vor allem auf Kienspäne und Kerzen angewiesen. Bienenwachs war der hochwertigste Rohstoff für Kerzen und ein kostbares Gut. Verarbeitet wurden die Erzeugnisse der Bienen in den Kirchen und Klöstern sowie von der angesehenen Zunft der Lebzelter und Wachszieher. Das formbare Material Wachs bot in der Volkskunst Anregung zu vielfältiger bildnerischer Tätigkeit.

Neben den Kerzen wurden Wachsstöcke, Votive und Wallfahrtsandenken gefertigt, die eingebunden waren in Bräuche, Kulte und religiöse Traditionen. In den katholischen Regionen Süddeutschlands und Tirols fanden in den letzten drei Jahrhunderten besonders Wachsstöcke eine starke Verbreitung. Sie stehen deshalb im Zentrum der Ausstellung. Über ihre Funktion als Lichtquelle hinaus haben Wachsstöcke auch eine hohe symbolische Bedeutung.

Bis in die heutige Zeit finden sie in Gottesdiensten Verwendung, in manchen Regionen auch am Sterbebett oder während der Totenmesse. Geweihten roten Wachsstöcken wurden wundersame Wirkungen zugesprochen, sie sollten Schutz geben, zum Beispiel vor Hexen. Seit dem 18. Jahrhundert entwickelten sich die Wachsstöcke zunehmend zum Kleinkunstwerk. Aufwändig bemalt, verziert oder mit Bildern belegt, erfreuen sie das Auge. Vielfältige Formen wie Schnecke, Buch, Kapelle oder Bienenkorb wurden aus den Wachsschnüren gewickelt.

Gläubige verschenkten sie traditionell zur Kerzenweihe an Mariä Lichtmess, später auch zu anderen Anlässen wie Taufe und Hochzeit oder als Zeichen der Liebe und Freundschaft. Manchmal wurden Wachsstöcke auch als Opfergaben dargebracht, etwa als Dank oder Bitte für Heilung von Krankheit. Anhand besonderer Wachsausformungen werden diese heute beinahe vergessenen Riten und Bedeutungen in Erinnerung gerufen.

Die Sonderausstellung ist in Zusammenarbeit von dem Museum Aschenbrenner in Garmisch-Partenkirchen und dem Tiroler „Museum im Grünen Haus” in Reutte entwickelt worden. Möglich wurde die Schau durch eine Vielzahl an Leihgaben von Privatleuten, Museen und kirchlichen Einrichtungen aus beiden Ländern sowie die umfassende Sammlung von Dr. Dieter Kauß.
Caffe muss ich haben
"Caffe, Caffe muss ich haben" –
Geschichte eines Genussmittels
28. Juni bis 19. Oktober 2008
„Ein guter Kaffee muss heiß sein wie die Küsse eines Mädchens am ersten Tag, süß wie ihre Liebe am dritten Tag und schwarz wie die Flüche der Mama, wenn sie es erfährt.” (altorientalische Weisheit)

Kaffee wird in Europa seit über 300 Jahren getrunken. Er wurde zu einem der bedeutendsten Handelsprodukte der Welt und zum beliebtesten Genussmittel der Deutschen. Doch an dem einstigen Luxusgetränk spalteten sich die Geister. Einerseits galt es als schädigend für die Wirtschaft und Gesundheit, andererseits als Getränk der „Vernunft” und ist damit untrennbar mit der Aufklärung und dem aufstrebenden Bürgertum verbunden. Unzählige Loblieder und –texte wurden auf ihn geschrieben und sogar vertont, wie in der „Kaffeekantate” von Johann Sebastian Bach.
In atemberaubendem Tempo eroberte der Kaffee die deutschen Tassen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts hatte er sich bereits beim Mittelstand und ärmeren städtischen und ländlichen Schichten durchgesetzt. Der „Mohrentrank” veränderte auch die Tischkultur stark, Porzellane erfuhren große Nachfrage. Die Kaffeehäuser verdrängten zunehmend die Bierstuben und entwickelten ein spezielles Flair. Manche wurden weltberühmt. Maler, Künstler, Musiker und Literaten holten sich Inspirationen in der anregenden Umgebung ihres Cafés.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein früher alltäglicher, heute aber kaum noch beachteter Gebrauchsgegenstand: die Kaffeemühle. Verschiedenste Typen der letzten drei Jahrhunderte, von denen die meisten aus einer Privatsammlung und von der Museumsstifterin Marianne Aschenbrenner stammen, werden präsentiert. Raritäten sind unter anderem die osmanische Hockermühle oder die Autokaffeemaschine für den VW Käfer aus den 50er Jahren. Daneben finden sich Kaffeeröstpfannen, Filter, elektrische Maschinen und Mühlen verschiedenster Art.
Die Zusammenstellung der Schau steht auch beispielhaft für den technologischen Wandel im Haushalt. Heutige Kaffeetrinker können zwar auf vakuumverpacktes, gemahlenes oder sogar lösliches Kaffeepulver zurückgreifen, aber viele Genießer mahlen weiterhin ihre Bohnen frisch.
Die Ausstellung ermöglicht Einblicke in die interessante Historie des Kaffeegenusses, berichtet Erstaunliches und Kurioses und wird zum Erlebnis für die Sinne. Im Anschluss an den Ausstellungsrundgang können Sie in unserer „Kaffeestube” verschiedene Sorten der edlen Bohnen riechen und kosten, bei unterhaltsamer Lektüre von Kaffeegedichten und –musik.
Kinder können, verkleidet als Räuber Hotzenplotz, Kasperl und Seppl, nach Großmutters gestohlener Kaffeemühle suchen.
Am Anfang war das Ei?
Am Anfang war das Ei?
07. März bis 13. April 2008
Das Ei als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit übt seit jeher eine große Faszination auf die Menschen aus. Über 1000 Eier umfasst die Sammlung Aschenbrenner, verschiedenste Techniken und Materialien, vom Wachs bis zum Metall, wurden für ihre Gestaltung verwendet.

Besonderheiten sind die Ungarischen Hufeiseneier, Böhmischen Glaseier oder die farbenfrohen Wachsbatikeier aus Osteuropa. Kostbare Edelsteine schmücken die russischen Cloisonné-Eier aus der Zarenzeit.

Auch in heutiger Zeit befassen sich kreative Künstler mit dem Thema Ei. Der Oberammergauer Toni Mayr fertigt aus Hühnereiern einzigartige Karikaturen, die er im Museum zur Schau stellt. Unter seinen über 50 Unikaten finden sich von Adam und Eva bis zur tanzenden Ballerina unzählige Motive.
Steifftiere
Unzerbrechlich – Unzertrennlich !
Steifftiere aus drei Jahrhunderten
01. Dezember 2007 bis 17.Februar 2008
„Unzerbrechliche Filzspielwaren” – mit diesem Slogan warb Margarethe Steiff bereits um 1900 für ihre Tiere und Puppen. Getreu der Auffassung „Für Kinder ist nur das Beste gut genug!” schuf sie qualitätsvolle Spielwaren, die die Steiffwerke im schwäbischen Giengen zu Weltruhm führten.

Doch nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene begeistern sich seit Generationen für die niedlichen Spielgefährten. Als Erinnerungsstücke und Weggefährten der Kindheit bleiben sie oft über Jahrzehnte mit ihren Besitzern verbunden.

Die umfangreiche Sammlung von Gitta Wünsch und Tessy Lödermann ermöglicht einen Überblick über die Entwicklung und Vielfältigkeit der Tiere vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Berühmte Stars wie Mecki, Hund Bully oder Bär Zotty finden sich unter ihnen. Daneben sind seltene Exemplare zu entdecken wie die Spinne Spidy oder die Fledermaus Eric, die niedliche Puppe „Liesl mit Zither” oder die kuriose Köchin „Missis”, auch Schwiegermutter genannt.

Ergänzt wird die Schau durch besondere Leihgaben der Firma Steiff aus der frühen Produktionszeit der Manufaktur. Fotos, Werkstatt und Werbeplakate erlauben Einblicke in die Firmengeschichte.
Vielerlei Narretei
"Vielerlei Narretei"
Narrenfiguren aus Porzellan und ihre Geschichten
30. Juni bis 14. Oktober 2007
(Ausstellung vom Museum im Schloss, Porzellanmanufaktur FüRSTENBERG GmbH und dem Deutschen Porzellanmuseum Hohenberg/Selb)

Die Narren sind los! Toll und bunt treiben es Harlekine, Clowns, Pierrots und andere komische Typen im Museum Aschenbrenner.

Bereits im 18. Jahrhundert bildete man in Meissen den berühmten Hofnarren Augusts des Starken, Fröhlich, in Porzellan nach. Als Erkennungsmerkmal des Narren gelten noch immer: eine Kappe mit Eselsohren und Hahnenkamm, Schellen, aber auch auffallend bunte Kleidung mit extravaganten Schnabelschuhen. Mit der Commedia dell'arte, der italienischen Stegreifkomödie, kamen neue Spielarten des „Närrischen” dazu, wie etwa der Harlekin (Aarlecchino) mit der Pritsche und dem Prügel. Er versinnbildlicht das Widersprüchliche, er ist schlau und gleichzeitig dumm, stets hungrig, durstig und lüstern. Seine Sprache ist direkt und obszön und dennoch ist seine Ausstrahlung die eines „Charmeurs”.

Die Vorlage für die Figur des Pierrots lieferte der 1830 in Paris im Théâtre des Funambules auftretende Pantomime Baptiste Deburau. Sein Pierrot zeigte einen melancholischen Gaukler, zwischen Selbstzerstörung und Heldentum.

In der Folgezeit ergänzten Clowns und Till Eulenspiegels den närrischen Reigen. Seither bevölkern diese Charaktere die Vitrinen und Regale der Porzellanliebhaber in ganz Europa. Insbesondere in den „Zwanzigerjahren” lieferten Darsteller in Revuen und Varietés Vorlagen für eine Unzahl von Pierrots und Karnevalsgestalten.

Da Porzellan schon immer Spiegel der europäischen Kulturgeschichte war, eignet es sich hervorragend dazu, die Entwicklung des „Närrischen” nachzuvollziehen. Zum Beispiel erlaubte es im Mittelalter, die „Narrenfreiheit” den königlichen Spaßmachern ungestraft Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu üben. Der Begriff „Narr” war somit nicht wie heutzutage mit „blöde” oder „verrückt” gleichgesetzt.

Die Ausstellung, die neben Porzellanen auch historische und literarische Vorlagen zu den „närrischen” Gestalten zeigt, wurde vom Museum im Schloss, Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG GmbH, konzipiert. Sie ist von 29.06.2007 bis 14.10.2007 im Museum Aschenbrenner in Garmisch-Partenkirchen zu sehen.
Kunst & Ei
Kunst & Ei – kein Einerlei
18. März bis 19. April 2007
Das Ei gilt seit jeher als Sinnbild für Leben und Fruchtbarkeit. Im Christentum wurde es zum Symbol für die Auferstehung Christi und zu einem wichtigen Bestandteil des Osterfestes. Wie Christus sein Grab öffnet und in den Himmel auffährt, sprengt das Küken seine Schale und tritt ins Leben. Unzählige Legenden, Mythen und Reime ranken sich um das Ei. Es wurde beim Fruchtbarkeitskult, als Heil- und Abwehrmittel oder zur Liebeswerbung eingesetzt, wie etwa das ungarische Hufeisenei. Eine Leidenschaft der Stifterin Marianne Aschenbrenner war das Sammeln von dekorierten Eiern. Sie trug über 1000 Eier in allen Größen (vom Tauben- bis zum Straußenei) und Materialien (vom Holz- bis zum Emailleei) aus vielen Ländern der Erde zusammen. Verschiedenste Fertigkeiten, von der Gravur- bis zur Scherenschnitttechnik, Federzeichnungen und Fräsmuster wurden für die Gestaltung angewendet. Bei der Motivwahl sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Russische Ikoneneier, Eier mit Landschaften, Märchen, Spruchbändern, Blumen oder Ornamenten bis zum Kuriositätenei finden sich in der Ausstellung. Erleben Sie die Faszination Ei im Museum Aschenbrenner!
BARBIES BERGHOCHZEIT
BARBIES BERGHOCHZEIT
Die Göttin der Puppen in festlichen Trachten
04. Februar bis 16. März 2007
Barbie heiratet! - Doch nicht etwa im Brautkleid von der Stange. Sie trägt an diesem besonderen Tag ein maßgeschneidertes Trachtenkostüm. Auch Traumpartner Ken präsentiert sich im feschen, alpenländischen Anzug. Die Künstlerin Ruth Ritzenfeld aus Innsbruck gestaltete in jahrelanger Handarbeit eine originelle Hochzeitsgesellschaft. Auf die Idee gebracht wurde sie durch ihre Enkelin, deren Barbies sie neu einkleiden sollte. In einem Trachtenhandbuch fand sie Vorlagen für die verschiedenen Kostüme. Sie arbeitete nicht nur mit besonderen Materialien und Stickmustern, sondern verwendete auch zum Teil seltene Barbies. So gelang ihr die Herstellung dieser unvergleichlichen Trachtenbarbies.
Macht auf die Tür
"Macht auf die Tür"
Adventskalender aus 100 Jahren (Sammlung Esther Gajek)
01. Dezember 2006 bis 31. Januar 2007
Advent – das ist die Zeit des Wartens. Vor etwa 150 Jahren begannen Eltern ihren Kindern in der Adventszeit das lange Warten bis zur Heiligen Nacht anschaulich zu machen. Sie wischten täglich einen Kreidestrich weg, zündeten eine Kerze an oder ließen die Kinder Strohhalme in die Krippe des Christkindes legen. Damit wurde die Vorfreude auf den Heiligen Abend gesteigert und den Kindern gleichzeitig beigebracht, ihre Ungeduld auf Weihnachten zu meistern.
1908 erschienen beim Münchner Verleger Gerhard Lang die ersten gedruckten Adventskalender, wenige Jahre später auch mit Türchen. Seitdem erobern sie die Herzen von Jung und Alt.
Die Sammlung von Esther Gajek aus Regensburg enthält ein interessantes Spektrum von der Anfangszeit der Kalender bis heute. Es finden sich Kalender zum Aufstellen, Abreiß- und Ausschneidekalender, Kalender mit Sinnsprüchen, Uhren-, Krippenkalender und vieles mehr. Einige von ihnen sind Zeugnisse ihrer Entstehungszeit, in der Krieg, Not, wirtschaftlicher Aufschwung oder deutsche Teilung herrschten. Originelle Stücke aus neuerer Zeit runden die Schau ab.